Heimhämodialyse

Eine kleine, aber ständig zunehmende Anzahl von Dialysezentren bietet zusätzlich zu Standardhämodialysebehandlungen die Option der Heimhämodialyse (HHD) an. In einem solchen Fall stellt das Dialysezentrum das Gerät für den häuslichen Gebrauch zur Verfügung und die notwendigen Verbrauchsmaterialien werden ein- oder zweimal im Monat direkt nach Hause geliefert. Im Dialysezentrum beginnt der Patient in Zusammenarbeit mit einer Dialysepflegekraft damit, die Behandlung zu erlernen. Viele Menschen, die Heimhämodialyse praktizieren, haben außerdem einen Helfer, der mit ihnen im Dialysezentrum geschult wird. Die Schulungsperiode dauert für gewöhnlich 8–12 Wochen.

Während der Schulungsphase lernt der Patient Folgendes:

Heimhämodialyse

  • Vorbereiten der Ausrüstung und der Verbrauchsmaterialien;
  • Einsetzen der Nadel in den Gefäßzugang;
  • Verabreichen der Medikation;
  • Überwachen des Geräts;
  • Überprüfen von Blutdruck und Puls;
  • Führen von Aufzeichnungen über die Behandlungen;
  • Reinigen der Ausrüstung und des Raums nach abgeschlossener Dialyse;
  • Bestellung von Verbrauchsmaterialien

Vorteile einer Heimhämodialyse:

Durch die HHD hat der Patient die Freiheit, seinen eigenen Dialyseplan selbst zu erstellen. Der Patient kann die Behandlungszeiten so legen, dass sie nicht mit anderen Aktivitäten kollidieren, wie zur Arbeit zu gehen oder sich um ein Familienmitglied zu kümmern. Patienten die sich selbst dialysieren, verabreichen sich häufig eine höhere Dialysedosis, was bedeutet, dass sie:

  • sich besser fühlen und eine bessere Kontrolle über ihren Blutdruck haben;
  • weniger Einschränkungen bezüglich ihrer Ernährung und der Flüssigkeitsaufnahme haben;
  • sich selbst punktieren, was gut ist für deren Gefäßzugang;
  • Zeit sparen, indem sie nicht den Weg zum Dialysezentrum und zurück auf sich nehmen müssen;
  • weniger Fahrten ins Dialysezentrum machen müssen (der Patient wird für gewöhnlich alle 4–8 Wochen vorstellig).

Mögliche Nachteile einer Heimhämodialyse:

  • im häuslichen Umfeld ist Platz für einen Stuhl und das Dialysegerät erforderlich;
  • Platzbedarf zur Lagerung von Dialysatoren, Konzentratkanistern, Desinfektionsmitteln, Spritzen, Nadeln, Medikamenten, Blutschläuchen und anderen Verbrauchsmaterialien;
  • mögliche Überforderung des Patienten oder seiner Helfer.