Wissenschaftliche Forschung

Die Philosophie der wissenschaftlichen Forschung von Diaverum basiert auf den Wünschen und Bedürfnissen der Patienten. Unter der Leitung des Wissenschaftlichen Direktors Giovanni FM Strippoli sind wir zunehmend in der medizinischen Spitzenforschung aktiv. Dabei konzentrieren wir uns ganz auf den Patienten. Ziel ist es, unsere Kompetenzen weiter zu stärken und die komplexen Bedürfnisse der Dialysepatienten noch besser zu verstehen.

Studien belegen, dass nach Meinung von Dialysepatienten die wichtigsten Bereiche, die vorrangig erforscht werden sollten, die Normalisierung des täglichen Lebens trotz der Krankheit betreffen. Die Patienten wünschen sich Forschung über die Vermeidung möglicher Risiken, über Komplikationen und Symptome, über Dialyse und Transplantation, wobei insbesondere auch psychologische Faktoren und das ganzheitliche Wohlergehen berücksichtigt werden sollen. Die patientenbezogene Forschung von Diaverum konzentriert sich auf die Vermeidung oder Geringhaltung von Dialyse-Risiken, die effizientere Gestaltung der Dialyse, Lösungen zur Minimierung von Nebenwirkungen der Dialyse und den Wirkungsnachweis von Dialysemedikamenten.

Aktuelle Studien

Anämie

CEDOSE ist eine multizentrische, randomisierte Studie zum Vergleich zweier festgelegter Dosen Erythropoese-stimulierender Substanzen (ESA), also von Medikamenten, die zum Anämie-Management bei Dialysepatienten verwendet werden. An der Studie werden 900 Hämodialyse-Patienten teilnehmen, die etwa ein Jahr lang beobachtet werden, um die Vor- und Nachteile einer hohen bzw. niedrigen Dosierung dieser Medikamente zu bewerten. Sie wird in Italien durchgeführt und von der italienischen Zulassungsbehörde gefördert, einer staatlichen Stelle, die unabhängige Arzneimittelstudien unterstützt.

Kardiovaskuläres Risiko

LIRICO ist eine multizentrische, randomisierte Studie mit der die Anwendung von ACE-Hemmern, Angiotensin-Rezeptor-Blockern und ihrer kombinierten Anwendung bei Patienten mit einer Mikroalbuminurie (Ausscheidung geringer Mengen von Albumin über den Urin) mit einem oder mehreren kardiovaskulären Risikofaktoren verglichen wird. Bleiben diese Patienten unbehandelt, besteht bei ihnen das Risiko kardiovaskulärer Probleme mit möglicher Todesfolge oder einer terminalen Nierenerkrankung, die eine Dialyse oder Transplantation erforderlich machen. In die Studie wurden 1300 Patienten mit Mikroalbuminurie und kardiovaskulärem Risiko aufgenommen, die aktuell etwa vier Jahre lang beobachtet werden, um die Vor- und Nachteile dieser Arzneimittel zu messen. Auch diese Studie wird in Italien durchgeführt und von der italienischen Zulassungsbehörde gefördert.

Sexuelle Dysfunktion und Depression

CDS ist die weltweit größte Querschnittstudie, die sich mit der Prävalenz von Depression und sexueller Dysfunktion bei Hämodialyse-Patienten beschäftigt. In der Studie werden auch Faktoren bezüglich der klinischen Dialyseleistung und der sozioökonomischen Verhältnisse erforscht, die auf eine Depression oder eine sexuelle Dysfunktion hindeuten können. Die Studie ist nun abgeschlossen und Daten zur erektilen Dysfunktion und zu weiblichen sexuellen Funktionsstörungen wurden in bedeutenden internationalen Fachzeitschriften für Nephrologie veröffentlicht. Zusätzliche Analysen weiterer Ergebnisse werden in den nächsten Jahren publiziert. Über 3000 Hämodialyse-Patienten nahmen an der Studie, die hauptsächlich von Diaverum finanziert wurde, teil.

Munderkrankungen

ORAL-D ist die weltweit umfangreichste prospektive Querschnittskohortenstudie, bei der die Prävalenz von Zahn-, Parodontal-, Mundschleimhaut- und Speicheldrüsenanomalien bei Hämodialyse-Patienten untersucht wird. In der Studie wurde außerdem der Zusammenhang zwischen diesen Läsionen und den Hospitalisierungs- und Sterblichkeitsraten von Hämodialyse-Patienten analysiert. Sie wurde in Diaverum Zentren in verschiedenen Ländern abgeschlossen und die daraus resultierenden Daten zur Prävalenz werden aktuell analysiert. Die Folgestudien wurden 2013 beendet und die Daten, zum Zusammenhang mit schwerwiegenden unerwünschten vaskulären Ereignissen, werden ebenfalls analysiert. Rund 5000 Hämodialyse-Patienten nahmen daran teil. Dies spiegelt die großen Bemühungen des öffentlichen Gesundheitswesens in Punkto Prävention von oralen Erkrankungen und den mit den Nebenwirkungen zusammenhängenden Risiken wider. Diese Studie wurde in erster Linie von Diaverum gefördert.

Ernährung

Die Diaverum Ernährungsstudie ist die weltweit größte prospektive Kohortenstudie zur Erforschung der Ernährungsmuster von Menschen mit Nierenerkrankungen im Endstadium und der damit in Zusammenhang stehenden Sterblichkeit und schwerwiegenden unerwünschten kardio-und zerebrovaskulären Ereignisse. Die Studie befindet sich aktuell in ihrer Anfangsphase. Mehr als 5000 Hämodialysepatienten nehmen an ihr teil. Dies spiegelt die großen Bemühungen des öffentlichen Gesundheitswesens in Punkto Prävention von wichtigen unerwünschten vaskulären Ereignissen bei diesen Patienten wider. Diese Studie wird in erster Linie von Diaverum gefördert.

Veröffentlichungen

Die Ergebnisse der von Diaverum geförderten Studien wurden in zahlreichen bekannten medizinischen Publikationen veröffentlicht, sowohl in nephrologischen Fachzeitschriften als auch in internationalen medizinischen Fachzeitschriften. Dazu zählen das Journal of the American Society of Nephrology, Kidney International, American Journal of Kidney Diseases sowie Nephrology, Dialysis and Transplantations. Weitere Veröffentlichungen unseres Unternehmens finden Sie auch im New England Journal of Medicine, Lancet, Annals of Internal Medicine, British Medical Journal und den Cochrane Database of Systematic Reviews und Plos Medicine.